D.A.P. – Ein Erfahrungsbericht

D.A.P. Halsband

D.A.P. Halsband (hier: für Welpen und kleine Hunde)

Einige von euch haben sicher schon von D.A.P.® (Hersteller: Ceva) gehört oder gelesen. Erhältlich als Spray, Zerstäuber oder Halsband soll es beruhigend auf den Hund wirken und somit helfen ihm mögliche Ängste zu nehmen und Stress zu reduzieren. Empfohlene Anwendungsgebiete sind u.a. Beruhigung beim Autofahren, leichteres Einleben in das neue Zuhause, Angst bei Feuerwerk.

Bei unserer TshaTsha nehmen mit Fortschreiten ihrer geistigen Behinderung auch ihre Ängste immer mehr zu.
In D.A.P. habe ich eine Möglichkeit gesehen, ihr auf weitgehend natürliche Weise zu helfen zu etwas mehr Ruhe und Ausgeglichenheit zu finden.

.

Was ist D.A.P. überhaupt?

“Dog Appeasing Pheromone” heißt übersetzt “Hund-Beruhigungs-Pheromone”. Pheromone sind Botenstoffe (organische Moleküle), die der biochemischen Kommunikation zwischen Lebewesen einer Spezies dienen. Es gibt viele verschiedene Pheromone mit ganz unterschiedlichen Wirkweisen.

In dem von Ceva angebotenen D.A.P. Produkten sind solche (synthetisch nachgebildete) Pheromone enthalten, welche die Mutterhündin nur in den ersten Tagen nach der Geburt an den Milchdrüsen bildet. Es hilft den Welpen die Zitzen zu finden und sich bei Mama sicher und geborgen zu fühlen.

Studien haben inzwischen gezeigt, dass D.A.P. einen stabilen Effekt bei Hunden bis zu einem Alter von 10 Monaten hat. Danach wird dieser weniger. Es gibt durchaus Hunde, die überhaupt keine Reaktion auf D.A.P. zeigen. Woran dies liegt kann noch nicht gesagt werden. Es wird u.a. vermutet, dass bei Welpen, welche eine souveräne Mutter hatten (die viel Nestwärme vermitteln konnte), später ein guter Effekt erzielt wird (und entsprechend gegenteilig; z.B. ausgelöst durch Komplikationen bei und nach der Geburt).

Unsere Erfahrung:

Ich habe mich für das D.A.P. Halsband entschieden, da das Pheromon so dauerhaft und direkt bei TshaTsha wirken kann. Kaufen – Auspacken – Umlegen. Ganz so einfach haben wir es uns nicht gemacht. Das Auspacken war schon ein kleines “Prozedere” – ich wollte TshaTsha neugierig machen auf das was in der knisternden Verpackung ist. Auch wenn ich nichts an dem Halsband riechen kann, habe ich so getan, als würde es auch für mich ganz wunderbar duften, um so TshaTsha ein wirklich gutes Gefühl zu vermitteln. Als ich es ihr dann umgelegt habe, strahlten ihre Augen. Sie düste auf die Büroliege und hat sich da ausgiebig und wonnig gesühlt (so wie sich unsere Tibeter gern im Pulverschnee wälzen… “Ich fühl’ mich wohl!”) Dass es nach Mama und Zitze riechen muss, bewies das Verhalten von unserer Jüngsten Nima. Sie sprang sofort zu TshaTsha auf die Liege und steckte den Kopf unter ihren Bauch, so als wolle sie einen Schluck Milch nehmen. Das war wirklich ganz süß.

Der entspannende und beruhigende Effekt ist bei TshaTsha recht deutlich zu sehen, wenn es auch keine Wunder vollbringt. Seitdem sie es trägt, nimmt sie wieder aktiver am ‘ganz normalen’ Leben teil, ist fröhlicher und verspielter. Die Spaziergänge stressen sie nicht so sehr, ihre Ängste (fataler Weise oft vor Dingen, die gar nicht da sind / “Angst-vor-der-Angst”) sind nicht weg, aber weniger stark ausgeprägt. Das ihr verbessertes Wohlbefinden tatsächlich auf das Halsband zurück zu führen ist (es hätte ihr ja auch ohne das Halsband wieder besser gehen können – ihr Krankheitsverlauf ist nicht konstant) konnten wir daran erkennen, dass sich TshaTsha nach ca 5 Wochen wieder mehr in ihre Ecken zurückzog, als bei uns zu sein. Unglücklicherweise verzögerte sich dann auch noch die Lieferung, doch mit Tragen das neuen Halsbandes ist sie sofort wieder fröhlicher.

Wirkdauer und Kosten:

IMG_3037_700pxEs wird beim Halsband eine Wirksamkeit von ca 4 Wochen angegeben, welche wir so bestätigen können. Die Kosten liegen bei ca. 26 Euro. Empfohlen für ängstliche und/oder stressanfällige Hunde, bei denen die Wirkung ständig und möglichst lang anhalten soll.

Der D.A.P. Zerstäuber für die Steckdose, empfohlen wenn die Wirkung nur innerhalb der Wohnung erwünscht/notwendig ist.

Das D.A.P Spray empfohlen für kurzfristige Wirkweise, z.B. im Auto.

4 Responses to D.A.P. – Ein Erfahrungsbericht
  1. Ilona
    Juni 9, 2010 | 12:25

    Hallo Frau Brüggemann,

    es freut mich sehr, dass das Halsband bei Tsha Tsha seine positive Wirkung zeigt und sie sich wohler fühlt.

    Ich kann auch nur gutes über DAP berichten. Seit zwei Jahren benutze ich den Steckdosen-Zerstäuber, den ich ein paar Wochen vor Silvester einstecke. Chari hat panische Angst vor dem Feuerwerk, sie hechelt stark und zittert am ganzen Körper.

    Sie ist durch DAP wesentlich ruhiger, so dass ich letztes Jahr auch an Silvester zum Feiern gehen konnte :-) .

    Für meine Katzen benutze ich diesen dauerhaft, weil mein kleiner Kater Yaris wohl ständig im Stress war und hierdurch eine Blasenentzündung entwickelt. Bis jetzt – toi toi toi – ist er fit und gesund, natürlich auch mit dem entsprechenden Futter.

    Ganz dolle Knuddler an die Tatzies.

    Liebe Grüsse
    Ilona

    • Angela
      Juni 9, 2010 | 13:04

      Hallo Frau Hüvel,

      Danke für ihre Rückmeldung. Zumal sie die positive Wirkung bestätigen können. Das freut mich sehr!

      Ich hatte anfangs so meine Zweifel, ob D.A.P. tatsächlich helfen kann und hatte lang gezögert es zu kaufen. Doch nun gehört es zu TshaTsha’s “Grundausstattung”.

      Liebe Grüße zurück :-)

  2. Caro
    Juni 10, 2010 | 07:48

    Hallo Angela,

    wie du dir vielleicht denken kannst, kenne ich die D.A.P.-Produkte und weiß auch von anderen Hundehaltern dass es den Alltag der Hunde durchaus positiv begleitet. Die Meinung dazu gehen allerdings auch auseinander.

    Um so erfreulicher ist es, dass es bei Tsha Tsha eine so positive Wirkung hat. Ein schöner Bericht – danke! :)

    LG, Caro

  3. Martina Steinert
    Juni 11, 2010 | 11:00

    Hallo Frau Brüggemann,
    das freut mich, dass Sie Tsha-Tsha durch dieses Mittel ein wenig helfen können. Es ist schon sehr traurig, wenn man sieht, wie die betroffenen Hunde einfach nicht entspannen können und vor vielen Dingen Angst haben. Mein früherer Tibi Du-Pa hatte (höchstwahrscheinlich) auch CCL. Das war 2003/2004 und da hätte ich mir ein solches Mittel sehr gewünscht.

    Ich hoffe, Sie haben noch eine recht lange und schöne Zeit mit der Süßen.

    LG Martina Steinert

Einen Kommentar hinterlassen


Du kannst mit <em>phasis formatieren.

Trackback URL http://www.tatz-tatz.de/wp-trackback.php?p=1452